Mal wieder Lärm... jedes Jahr aufs neue

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Hey Norbert,

auch wenn du geber gefragt hast und nicht mich sind deine Fragen gut. Die selben Fragen stelle ich mir auch, deshalb will ich mal ungefragt meine Sicht der Dinge nennen

Wenn das Motorrad und das Auto aus der Zeit gefallen sind, warum hast du die Duke noch und warum fährst du sie noch ?
Fährst du noch ein verbrenner Auto ?
Wie willst du bei einem Wohnblock mit 50 Partein genügend Ladestationen errichten ?
E mobilität ist in meinen Augen eine geile Technik, aber nur eine Überganglösung.
Der CO2 Abdruck eines E-Autos ist grösser als der eines Verbrennungsmotors.
Ich fahre die Duke weil sie fährt. In meinen Augen macht es keinen Sinn ein funktionierendes Produkt zu entsorgen nur weil es etwas "neues" gibt. Ich würde der Umwelt derzeit keinen Gefallen tun ein E-Motorrad zu kaufen. Zusätzlich gibt es zur Zeit für mich keine elektrische Alternative, sowohl aus Produktsicht und aus preislicher Sicht. Das mag in 3 Jahren anders aussehen, aber auch dann wird die Duke wahrscheinlich noch fahren. Deshalb müsste es einen massiven Emissionsvorteil geben der nur mit 100% regenerativen Strom erreicht werden könnte. Also fahre ich die Duke bis sie platzt. Sollte ich mir wirklich ein Zweitmotorrad leisten wollen wäre aber eine Zero z. B. für mich durchaus interessant.

Ja, wir fahren sogar zwei Verbrenner. Warum? Beide sind schon da. Sollte uns der TÜV vom Corsa (BJ 2009, Ottomotor) scheiden bekommt der einen elektrischen Nachfolger. Renault Zoe oder Honda E. Ist unser "Kurzstreckenfahrzeug".
Das zweite Fahrzeug (für die Langstrecken) ist ein VW Bus (BJ 2013, Dieselmotor). Ich habe den Bus lange auch für berufliche Übernachtungen genutzt, außerdem benötigen wir regelmäßig die Anhängelast. Elektrische Alternativen sehe ich noch nicht, und dank unserer Regierung gibt es auch noch keinen SCR-Nachrüstkat für das Fahrzeug. Verbauen würde ich ihn, auch um die Nutzungszeit des Busses zu verlängern und dabei die Emissionen weiter zu senken.. Denn der ist nun einmal da. Wenn uns der TÜV davon scheidet hoffe ich nutzbare Alternativen am Markt zu finden. Canoo ist an der Stelle sehr interessant.

Das der CO2-Abdruck eines E-Autos größer ist als eines Verbrennungsfahrzeugs ist nach meinem Wissen genauso falsch wie das Thema mit den Ladestationen überzogen wird. Ich will damit nicht sagen das es falsch ist, aber eben auch nicht richtig. Zum Schluss ist es in meinen Augen viel mehr die Frage was man will.

Ich halte aber batterieelektrische Fahrzeuge für einen Irrweg der nur in einem bestimmten Mobilitätssektor funktioniert. Leider hat man vor mittlerweile 15 bis 20 Jahren auf die falschen Leute gehört. Man hätte das Thema Wasserstoff / synthetische Kraftstoffe viel mehr forcieren müssen (so wie man es jetzt ja auch tun will). Dann hätte man bei einer Schlüsselindustrie nur etwas den Anschluss verloren (Wasserstoff lässt sich sowohl im Hubkolbenmotor als auch in einer Brennstoffzelle nutzen) und hätte Zeit gehabt die Infrastruktur anzupassen. Ein Argument für die Batterie war ja auch immer das die Infrastruktur ja schon da ist. Nun gut, ist sie nicht, da eben 230V-Steckdosen und das dahinterliegende Verteilernetz nicht für die benötigten Ladeleistungen ausreichend dimensioniert sind. So viel Sachverstand kann man von einer Regierung, die von einer promovierten Physikerin geführt wird auch nicht erwarten.
Das man mit einem Auto wie dem ersten Prius die Leute nicht zum Kauf motivieren kann ist klar. Aber an dem komplexen Produkt BMW i3 mit einer umfangreichen Nachhaltigkeitsstrategie schon in der Produktentstehung und einem umfangreichen Angebot an ergänzenden Mobilitätsdienstleistungen scheitert der Durchschnittskonsument offensichtlich auch.

Das im Bereich der individuellen Mobilität (was auch immer das heißt) die Zukunft dem E-Motor gehört ist aber in meinen Augen unbestritten. Nur das mit der Energiequelle ist noch nicht ausgewürfelt, da werden wir viele Angebote sehen.

Aber geber hat recht, die Reste toter Dinosaurier für Mobiltät zu verbrennen macht keinen Sinn und gehört in den nächsten 10 Jahren abgeschafft, egal bei welchem Transportmittel.
Über den Weg dorthin kann man gerne reden, aber wenn ich mir die letzten 10 Jahre ansehe liegt Deutschland gerade mit Herzinfarkt hinter dem Startblock und träumt im Delirium von Lilium-Flugmaschinen die schon per Physik nicht funktionieren können, zumindest nicht mit Batterien. Auch dank solchen Industriedinosauriern wie VW, Siemens, RWE, SAP... Und die huldigen dann auch noch solche Schlaumeier wie Elon Musk... Und so gerne ich Eisenbahn fahre und dank meines Vaters in der Eisenbahn aufgewachsen bin: Auch das ist ein totes Geschäftsmodel. Mit dem autonomen Fahren, und das sehe ich in einem Zeithorizont von 20 Jahren, wird der Personenverkehr auf der Schiene zusammenbrechen. Was bleibt sind dann Frachtdienstleistungen für schwere oder große Güter bzw. Transitwarenverkehr, übrigens auch autonom. Gut das die bunte Regierung jetzt die Investitionen beschlossen hat die sie vor 20 oder sogar 30 Jahren hätten beschließen sollen. So fehlt das Geld dann bei Schlüsseltechnologien wie KI, Elektromotoren,...

Im Endeffekt hängen wir alle nur in einem Netz von Marketingspinnen, jeder hat seine Glaubenssätze. Warum fahren wir überhaupt Motorrad? Warum Fahrrad? Warum Alkohol? Warum essen wir statt Tieren keine Menschen (hoffe ich)? Warum bewerten wir das Leben von Tieren höher als das von Pflanzen?

Ich weiß auch nicht ob es anders besser wird, aber ich weiß es muss anders werden damit es besser wird. Und ich weiß das ich kein Dinosaurier sein will.
 

Norbert

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Hallo Max,

das Thema ist extrem komplex, was Nachhaltigkeit angehet und jeder hat seine Meinung dazu, die im einzelnen wohl keinen konsenz bei einer Diskussion finden wird, finden kann. Da jeder andere Lebensumstände hat und entsprechend anders auf das Thema im einzelnen schaut.
Natürlich habe ich extra etwas provozierend geschrieben, auch in der Hoffnung das ich den einen oder anderen Hund hinterm Ofen vorlocken kann.
Glaube im grossen und ganzen sind wir uns aber alle einig, so kann und wird es nicht weiter gehen.
Doch da sind wir leider wie du auch schon schreibst, stark Lobby getrieben und solange Politiker zum Internet Neuland sagen und es nicht verstehen was es ist und was es bedeutet, werden wir in Deutschland im Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit weit hinten anstehen.

Deutschland ist ein Industriestandort und technisches können sie, aber digital hat Deutschland komplett verschlafen, da stehen wir ganz weit hinten an.

Kollege beschreibt es immer sehr schön. "Natürlich stellen wir um auf Industrie 4.0 aber die Dampfmaschine muss auch weiter laufen"

Somit kann nur jeder einzelne mit seinen Mitteln die er hat etwas dazu tun und einen kleinen Beitrag leisten, gerade was die Zukunft unserer Kinder angeht.

Gruss

Norbert
 
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Meine bescheidene Meinung: Wirtschaftswachstum/Kapitalismus ist halt ein Teufelskreis. Mit freiwilliger Selbsteinschränkung versuche ich eine Balance zu halten. Ich konsumiere, mache Dinge die nicht Lebensnotwendig sind (Urlaub fliegen, Moppedfahren, E-Gitarre spielen etc.), sorge damit für Umsätze, Arbeitsplätze usw.! Auf der anderen Seite z.B. verzichte ich so gut es geht auf das Auto (Kurzstrecke), mir ist klar speziell in D hängen die meisten Arbeitsplätze dran, aber das Auto bewusst genutzt und es würde eine spürbare Entlastung geben.
Dieser 60er Jahre Straßenverkehr (O-Ton eines Bekannten aus der Generation) in der C-Krise war eine wohltat. Keine Autokolonnen von 7-19Uhr mit in der Regel einer Person im KFZ. Viele Leute holten dadurch (meine Beobachtung) ihre Trekking-Fahrräder raus als tägliches Fortbewegungsmittel und damit meine ich nicht die E-Bikefahrer, ist ja auch eine Seuche ;).
Überspitzt formuliert: Vor vielen Jahren, ich meine nach dem 2. Weltkrieg 🤓 sind die Weichen gestellt worden für diese zerstörerische Lebensweise, es wurde ja quasi alles auf die Öl-Industrie ausgerichtet, ein Umdenken muss und wird stattfinden aber konsequent wird das wohl eher nicht vollführt, dafür ist das System und der Mensch nicht gemacht.
🍻
 

Norbert

Hausherr
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Hallo,

ja man sieht ja schon in den Städten, die komplett aufs Auto ausgerichtet sind, wie schwer es ist den Radverkehr da zu integrieren.
Weiss noch was es für einen Aufschrei damals in Aachen gab, als keine Autos mehr in die Innenstadt durften.

Bin ca 1,5 Jahre viel Bahn gefahren und muss sagen ich habe es genossen!
Jedesmal wenn ich das Auto nehmen musste, wuerde mir wieder klar das ein wenig Verspätung bei der Bahn gar nicht schlimm ist, denn Autobahn ist auch unkalkulierbar!
Aber Bahn fahren ist da wesentlich entspannter.
Leider ist die Bahn viel zu teuer!
Wenn es für eine Familie billiger ist mit dem Auto von Berlin nach München zu fahren, ist die Bahn leider schnell raus.
Am Zielort bin ich nur Rad und Bus gefahren, erst eine Umstellung aber wenn die Takte passen, kein Problem.
Man gewöhnt sich schnell dran.
Im Moment sieht es leider so aus das ich das Auto nehmen muss wenn ich in die Firma fahre, da ich sonst die dreifache Zeit brauche für eine Strecke ....


Gruss

Norbert
 

Norbert

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ab Minute 5, ganz interessant sich das mal anzuhören


Gruss

Norbert
 
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Ja,
in der Tat eine vernünftige Meinung.
Das Thema "lokale Spielplätze" wäre in der Tat eine Lösung, aber wenn ich mir das Sterben der kleinen Strecken und Kartbahnen so anschaue hege ich da wenig Hoffnung. Zumal ich den Eindruck habe das damit eine Aufsichtspflicht von der Polizei / den Ordnungsämtern hin zu den Betreibern verschoben wird.
 

Norbert

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Hallo,

lokale Spielplätze, was wäre das schön, aber das wird es in der Bananen republik nicht mehr geben.
Ich ahbe es bei SuperMoto ja direkt erlebt.
Jahrelang darf man fahren, dann wächst das Dorf näher an die Kartbahn und wer muss weg ?
Die Kartbahn, weil einer sich beschwert das es zu laut ist.
Oder älteres Ehepaar zieht neben Kindergarten, fühlt sich gestört, Kinder dürfen nicht mehr raus zum spielen.
MTB Fahren in Baden Würtemberg... 2 Meter Regel
Wanderer beschweren sich über MTB Fahrer, zack Strecke gesperrt
MTB Fahrer beschwert sich über Wanderer, nix passiert

Gibt unendliche Beispiele!

Alles wird begrenzt udn Beschnitten und dann wundert sich die Politik das die Jugendlichen nur noch saufen kennen ?

Meine Freiheit hört da auf, wo die des anderen anfängt, aber wenn jeder etwas mehr Toleranz walten liesse, wäre vieles einfacher

Gruss

Norbert
 
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